Deutsche Einheit mit Herz und Kopf
   Beim Denken & Handeln für's gesamte Deutschland, hängt 
   vieles ab von einer gebesserten Beziehung bei West⇄Ost. 
   Dafür etwas zu tun liegt mir als Mensch/Bürger am Herzen. *

   Näheres zu mir und der erlebten Historie seit der Wende:
   
 

Vor dem 2. Weltkrieg wurde ich geboren, habe das Kriegsgeschehen, Angriffe, Invasion Westfront miterlebt. Diesem danach entstandenen Staats-System kann ich für vieles danken und bin froh, darin gelebt zu haben, heute zu leben. Über die Vereinigung in Deutschland freue ich mich persönlich sehr. Für das Gedeihen des nun wieder neu vereinten Deutschland möchte ich Zuarbeit bringen, Vorschläge für nötige Anpassungen/ Entwicklungen machen...

In 32 der 36 Jahre deutsche Vereinigung war ich tätig im Technologie-/Know-How-Transfer von West ⇄ Ost. Ich erlebte auch Transfer von Ost nach West. In der energetischen Gebäudebewertung gab es Spitzenleute und Methoden im Osten! Mit meiner Erfahrung bedauere ich geschilderte Missstände West⇄Ost, besonders den derzeitigen mentalen Zustand. Eine neue Grundhaltung zur erforderlichen Gleichwertigkeit soll die Besserungen, Aufhebungen von Klischees bringen. Keiner der ostdeutschen jetzt lebenden Menschen ist verantwortlich dafür, dass eine DDR entstand, dass sie "so" war, sie nun nicht mehr existiert(1). Niemand der im Westen Lebenden sollte/darf vergessen, dass es großes Glück war, im Westen gelebt zu haben. Die 45 Jahre Ein- und Beschränkungen im Osten, insbesondere durch erheblich größere Kriegsfolgen, blieb all den Menschen im Westen erspart. Es gab ungleiche Chancen und trotzdem haben die Menschen im Osten viel Gutes geleistet. 

Meine Tätigkeits- bzw. Erfahrungsbereiche im Osten:
Glück hatte ich, die Transaktionanalyse "TA", deren Grundeinstellung "Ich bin o.k. und Du bist o.k." schon Jahre vor der Wende kennengelernt zu haben. Mit dieser Grundhaltung war es leicht 1989 mit Technologie- und Knowhow-Transfer in den Osten zu starten. Ich wählte den Standort Leipzig aus. Viel Bedarf war vorhanden. Die Offenheit meiner Kontaktpersonen gab mir schnell Einblick in strukturelle Zusammenhänge des Staats-Systems der DDR. Generell tätig war ich im Bereich: 

  • Haus- und Gebäude-Technik, Technologien zur Untersuchung, Sanierung der in den Gebäuden installierten, verzweigten Leitungs-Systeme für Gas, Trinkwasser, Heizung, Abwasser; 
  • Organisation des Ausstatten von Dienstleistern zur Erdgasumstellung in östlichen Bundesländern; 
  • Technologien, Hard- und Software für instationäre Bewertung eines Gebäude-Energie-Bedarfs;

Zeitlicher Ablauf:
1989 begannen Verhandlungen im Lizenz-Büro(2) des Bauwesen der DDR in Berlin. Von dort wurde ich 1990 weitergeleitet an die Technische Leitung im Kombinat Technische Gebäude-Ausrüstung TGA in Leipzig. Das Kombinat hatte 1990 17.000 Mitarbeiter in 16 Niederlassungen. Sehr zügig wurden die Niederlassung autorisiert, selbständiger zu operieren, eigene Verhandlungen zu führen. Meine Kontakte bestanden zu allen Niederlassungsleitern (NL), sie führten i.d.R. 800-1200 Mitarbeitern. 

Die NL mussten sich dann sehr bald dem Wettbewerb mit westlichen Unternehmen stellen, die stark in den neuen Markt drängten. Eine "Schonzeit" für Ausbildung und Erfahrung mit Marketing gab es nicht. Bei den Besuchen/Gesprächen mit den Leitern der TGA-NL habe ich Kenntnis bekommen von den üblen Kämpfen im Wettbewerb. Einige NL berichteten über äußerst hässliche Vorkommnisse, ich selbst kannte aus dem Westen solche Methoden nicht. Die Privatisierungen weckten zunächst Hoffnung. Viele Mitarbeiter traf das Schicksal der Arbeitslosigkeit; eine tatsächlich oft unbekannte, erniedrigende Erfahrung für viele Menschen. Nur eine der TGA-NL hat bis heute überlebt.

Der inzwischen verstorbene Dipl. Ing. Helmut Lippok, Wittenberg hat ein Verfahren zur energetischen Bedarfsermittlung für Gebäude und Liegenschaften entwickelt. Mit ihm organisierte ich die Gründung der Europäischen Akademie für effiziente Energieverwendung in Gebäuden. Die Akademie, Sitz Leipzig wurde Kooperationspartner des deutschen Fachverband für Facilitymanagement GEFMA in Bonn. Ich wurde betreut, die Projektgruppe zur Erstellung der Richtlinie für das Energiemanagement in Gebäuden & Liegenschaften zur organisieren und zu leiteten. 

Mitgewirkt haben in der Projektgruppe ost- und westdeutsche Uni- und Hochschulprofessoren, Energie-Manager aus öffentlichen, privaten Liegenschaftsverwaltungen, freiberufliche Ingenieuren. Dabei erlebte ich nicht einen Hauch von Ressentiments, Besserwisserei. Das war echter West⇄Ost-Dialog, wie ich in mir jetzt im Ganzen wünsche. Die Mitwirkenden aus dem Osten brachten äußerst wertvolle Entwicklungen und Erfahrungen ein. Entstanden ist als Ergebnis die Richtlinie für Energie-Management in Gebäuden und Liegenschaften, Nr. 124 Teile 1-6, ein Bestandteil des Richtlinienwesens des deutschen Fach-Verband für Facility-Management in Bonn (www.gefma.de). Die Richtline wurde gute Grundlage für bundesweite Energie-Management-Seminare. 

Mir geht es mit den Menschen im Osten gut. Ich lernte durch ihre Offenheit vieles richtig zu verstehen, gewann durch Sie und für sie Anerkennung, Wertschätzung, Akzeptanz und Dankbarkeit. Sorge habe ich bezüglich einer Blockbildung und/oder Frontenbildung zwischen Demokraten und "Putin-Versteher".

(1) Sinnvoll erscheint, noch mal ins Bewußtsein rufen: 
Wolfgang Leonhard, 1945 ein Mitglied der "Gruppe Ulbricht", berichtete über den konkreten Auftrag der sowjetischen Führung...
Infolge großen Zeitdrucks war die deutsche Vereinigung eine "Hauruck-Aktion"; war letztlich viel "Gutes wollen". Sehr gewirkt hat, dass Chancen, welche Gorbatschow und die 3 Westalliierten boten, schnell genutzt werden sollten. Kein Haupt-Akteur hatte für dieses "Werk" Erfahrung mit Zusammenführen von derart unterschiedlichen Staats-Systemen. Hauptakteure waren Bürgerbewegung, die 2+4-Verhandelnden, Volkskammer, Helmut Kohl, Wolfgang Schäuble, Günther Krause u.w. Sie konnten die jetzt entstandenen Entwicklungen so nicht voraussehen. Sie alle hatten ihre "Handlungs-Motive", dies auf jeden Fall mit "allerbesten Absichten". Schwierig war vor allem die Umsetzung der Vereinigung, sie war Übergabe, Übernahme sicherlich auch "ein nicht immer rücksichtsvolles "Durchsetzen" von westdeutschen Strukturen und Regeln". 

(2) Das Lizenz-Büro des Bauwesen war bis 1990 Stasi-Behörde. (ich erlebte ständigen Wechsel die Ansprechpartner zu Wende)

*Weitere Gedanken und Videos finden sie auf meinem YouTube-Kanal "BertKrifft". Schauen Sie gerne vorbei!

 

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